Die Differenzierung der Medien und die Tatsache, dass Arbeitsabläufe und Arbeitsorganisation einem stetigen Wandel unterliegen, bringen es mit sich, dass sich auch die Anforderungen der Kunden wandeln. Für entsprechend qualifizierte Lektoren ergeben sich daraus unter anderem folgende Extra-Dienstleistungen: Bei der Autorenberatung steht nicht die Arbeit am Text, sondern die Arbeit mit dem Text im Vordergrund. Die Beratung beginnt bei der Auswahl des Stoffes und begleitet den Autor bis zum Vertragsabschluss. Dazu gehört auch die Vermittlung eines Agenten bzw. die Unterstützung bei der Suche nach einem Verlag. Klassische Aufgaben bei der Bildredaktion sind die themen- und publikationsgerechte Auswahl von Bildmaterial und die Erstellung von Bildunterschriften. Nach der Auswahl des Bildmaterials ist zu klären, wer über das Urheberrecht verfügt. Kenntnisse der Gesetzmäßigkeiten und Funktionsweise des „Bildmarktes“ mit seinen Fotoagenturen und Bilddatenbanken sind unabdingbar. Content-Management beinhaltet die effiziente Beschaffung, Kreation und Zusammenstellung von Informationen sowie deren redaktionelle Bearbeitung, Aktualisierung, Verwaltung, Speicherung, Verteilung und Präsentation für unterschiedliche Medien. Datenbankmanagement umfasst die Konzeption und Pflege von Datenbanken, gegebenenfalls auch die Programmierung. Mit der Konzeption wird die Struktur der Datenbank beschrieben, die Pflege erweitert und aktualisiert die Datensätze und Funktionen und kontrolliert ihre Qualität. Eine wesentliche Voraussetzung dafür sind gute Kenntnisse der Funktion und des Nutzens von Datenbanken. Manch eine Autorin hat eine Idee oder ein Konzept für ein Sachbuch, ein belletristisches Werk, einen Krimi oder eine Biografie, jedoch nicht die Zeit, das Buch selbst zu schreiben. Sie übergibt das Projekt einem Lektor, der das Buch für sie schreibt. Wer Ghostwriting anbietet, sollte sich in jedem Fall mit dem Urheber- und Persönlichkeitsrecht vertraut machen. Ghostwriting bei Examensarbeiten ist mit seriöser Lektoratsarbeit nicht vereinbar. Die Erstellung und Redaktion von Texten und anderen digitalen Inhalten für das Internet erfordert eine völlig andere Herangehensweise als Printpublikationen. Denn im Internet dominiert ein anderes Such- und Rezeptionsverhalten: Texte müssen kurz und knapp sowie gut strukturiert sein. PR-Arbeit – nicht nur für Verlage – ist ein neues und attraktives Arbeitsfeld für freie Lektorinnen und Lektoren: von der Erstellung einer Pressemitteilung über die Redaktion eines Kundenmagazins bis zur Erstellung eines Geschäftsberichtes. Man sollte sich jedoch darüber im Klaren sein, dass man den jeweiligen Kunden „verkaufen“ muss. Weil nicht alle Verlage über eine eigene Lizenz- oder Rechtsabteilung verfügen, werden diese Aufgaben manchmal auch freien Lektorinnen und Lektoren übergeben. Das Arbeitsfeld bietet sich jedoch nur für diejenigen an, die über das notwendige Verhandlungsgeschick, kaufmännisches Gespür, juristische Kenntnisse und die entsprechenden Kontakte verfügen. Der Registererstellung kommt immer mehr Bedeutung zu, denn nur ein qualitativ hochwertiges Register bietet einen echten Zugang zum Inhalt einer Publikation. Dies betrifft alle Print- und digitalen Medien, vom klassischen Buchregister über den Index für eine Fachzeitschrift bis zum Register für elektronische Medien. |