Gendern

Mit geschlechtergerechten Texten alle ansprechen

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Ein gutes Lektorat kann dazu beitragen, dass Ihr Text aufmerksam gelesen wird. Sicherlich wissen Sie bereits, ob Sie sich an ein Fachpublikum oder an die allgemeine Öffentlichkeit richten wollen oder ob Ihre Zielgruppe irgendwo dazwischenliegt. Das ist schon ein wichtiger Schritt.

Die Erfahrung zeigt jedoch, dass ein weiterer wichtiger Aspekt häufig übersehen wird: das Geschlecht Ihres Lesepublikums. Denn in den meisten Texten findet sich das sogenannte generische Maskulinum (die männliche Form, etwa „der Steuerzahler“, „die Ärzte“); das Argument dahinter ist, Frauen seien mitgemeint. Allerdings werden Frauen beim Lesen solcher Texte vielfach nicht mitgedacht. Mehr noch: Frauen fühlen sich von solchen Formulierungen oft nicht angesprochen. Dasselbe gilt für viele Menschen, die sich weder als Frau noch als Mann verstehen.

Das bedeutet für Sie: Allzu leicht verlieren Sie so einen nennenswerten Teil Ihres Zielpublikums! Es lohnt sich also, über einen geschlechtergerecht formulierten Text nachzudenken. Diese Fragestellung ist Ihnen bestimmt schon einmal unter dem Stichwort „gendern“ begegnet. Beim VFLL finden Sie Profis für Ihr Lektorat, die Sie in dieser Frage gern beraten und unterstützen.

Gendern, aber wie?

Keine Sorge! Niemand zwingt Sie, zu gendern. Es ist Ihr Text und Sie bestimmen, wie Sie dieses Thema handhaben. An dieser Stelle sei angemerkt: Auch wenn Sie sich mit Sonderzeichen wie dem Sternchen nicht anfreunden mögen, können Sie trotzdem sprachlich gerecht formulieren. Es gibt nämlich sehr viele verschiedene Möglichkeiten zu gendern.

Sie können beispielsweise die männliche und die weibliche Form nennen („Liebe Teilnehmerinnen und Teilnehmer“), neutrale Ausdrücke verwenden (etwa „Team“ statt „Mitarbeiter“) oder Adjektive nutzen („ärztlicher Rat“ statt „Rat eines Arztes“). Manchmal sind auch neue Formulierungen die Lösung und machen die Aussage sogar netter: Statt „Radfahrer absteigen“ können Sie schreiben „Bitte das Fahrrad schieben“.

Ein weiteres Beispiel: Lesen Sie sich diesen Artikel noch einmal aufmerksam durch. Sie werden feststellen, dass er ganz ohne genderbezogene Sonderzeichen auskommt.

Realität abbilden

Seit der Anpassung des Personenstandsgesetzes im Dezember 2018 ist mit der Eintragsoption „divers“ ins Geburtenregister auch staatlicherseits anerkannt, dass es mehr als die zwei Geschlechter Frau und Mann gibt. Das Bundesverfassungsgericht hatte den Gesetzgeber mit Beschluss vom 10. Oktober 2017 dazu verpflichtet, diese Anpassung bis spätestens Ende 2018 vorzunehmen. Das Gendersternchen und die anderen typografischen Kennzeichnungen können diese Vielfalt der Geschlechter sprachlich sichtbar machen. Beispielsweise: Gendersternchen (Autor*innen), Unterstrich (Leser_innen) oder Doppelpunkt (Herausgeber:innen) – damit können Sie alle Geschlechter ansprechen und sich von der Zweigeschlechtlichkeit lösen.

In manchen Texten werden diese oder andere typografische Kennzeichnungen irritieren oder sogar störend wirken. Aber es gibt durchaus Situationen, in denen dieses offensive Sichtbarmachen und Stören gewollt ist. Auch bei einem solchen Anliegen können die Lektoratsprofis des VFLL Sie unterstützen.

Ihre Zielgruppe hat meist mehr Aspekte als gedacht

Gerechte Sprache hört beim Geschlecht nicht auf. Ein einfühlsames Lektorat kann auch verhindern, dass ein Text unbeabsichtigt gesellschaftliche Gruppen verletzt, etwa aufgrund von Herkunft, Religion, sexueller Orientierung, Hautfarbe, Behinderung, Klasse oder anderen Aspekten.

Auch für diese Themen finden Sie im VFLL die richtige Unterstützung. Durchsuchen Sie unser Mitgliederverzeichnis unter www.lektor-in-finden.de oder richten Sie eine detaillierte Auftragsanfrage an unsere Mailingliste, damit sich jemand Passendes bei Ihnen meldet.