Normseite

Die Bezeichnung Normseite scheint schon per definitionem eine feste Größe für eine Manuskriptseite bzw. für die Menge des Textes, die auf einer solchen Seite steht, zu sein. Doch weit gefehlt, denn in der Praxis kann der Umfang zwischen

variieren.

Festgelegt wurde die Normseite im Jahr 1992 vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels zusammen mit dem Verband Deutscher Schriftsteller als Empfehlung für die Berechnung des Honorars von Autoren, freiberuflichen Lektoren und Übersetzern. Ursprünglich ging man von einer Schreibmaschinenseite aus, die – vollgeschrieben – 30 Zeilen à 60 Anschläge (inkl. Leerzeichen), also 1.800 Anschläge (inkl. Leerzeichen) umfasst. Da eine Seite aber praktisch immer unvollständige Zeilen, Leerzeilen oder auch Überschriften enthält, kommt man de facto nie auf diese Menge. So hat die Verwertungsgesellschaft Wort (VG Wort) der Einfachheit halber den Wert von 1.500 Anschlägen (inkl. Leerzeichen) angesetzt.

Inzwischen arbeiten viele Lektorate aber auch mit einem Wert von 1.650 Anschlägen (inkl. Leerzeichen).

 

Dr. Gabriele Schweickhardt

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