Umbruchkorrektur

Das Manuskript wurde geschrieben, die Autorin hat geschwitzt – und der Lektor auch. Jetzt kann endlich Korrektur gelesen werden!

Im Anschluss an die Vorauskorrektur des Verlags darf die Autorin noch mal ran und im Manuskript nach Fehlern suchen. Nachdem ihre Anmerkungen umgesetzt wurden, gibt die Autorin dem Verlag die Erlaubnis, den Text zu drucken. Aber was ist, wenn es mehrere Autoren gibt? Dann müssen die verschiedenen Korrekturen in ein neues Korrekturexemplar zusammengeführt werden. Dieser Vorgang des vergleichenden Lesens heißt kollationieren.

Wenn bei der Revision sichergestellt wurde, dass alle Korrekturen erfasst wurden, kommen die Grafiker*innen ins Spiel (falls nicht sowieso schon im Umbruch gearbeitet wurde). Endlich wird alles schön: Der Text wird auf verschiedene Seiten verteilt und in Spalten angeordnet. Bilder, Grafiken und Marginalien werden eingefügt. Wenn Trennungen im Text vorgesehen sind, dann kommt es am Zeilenende zum Zeilenumbruch. Das klingt alles recht banal, birgt aber jede Menge Raum für Ungewolltes (auch genannt: Fehler).

Ziel bei der Umbruchkorrektur ist es jetzt, die entstandenen Satz- und Umbruchfehler zu finden und mit den Korrekturzeichen anzuzeichnen. Manchmal fehlen ganze Textteile, manchmal stimmen die Schriftarten nicht, manchmal sind Wörter falsch geschrieben. Wenn es unschöne Trennungen gibt, können diese auch angezeichnet werden. Wer kennt sie nicht, Urin-stinkt und Dreister-nehotel.

Falls mehrere Korrektoren gleichzeitig mit der Umbruchkorrektur beauftragt wurden, muss auch hier wieder kollationiert werden und es zu einer finalen Revision kommen.

Aber dann kann wirklich gedruckt werden. Versprochen.

Mathias Stolarz, www.lektorat-stolarz.de

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