VFLL unterstützt die Stellungnahmen der BücherFrauen und des Deutschen Kulturrates zum Deutschen Buchhandlungspreis
Der VFLL unterstützt eine Stellungnahme der BücherFrauen zur Entscheidung von Kulturstaatsminister Wolfram Weimer, drei Buchhandlungen den bereits zugesprochenen Deutschen Buchhandlungspreis zu verwehren. Das sei mit großer Sorge zur Kenntnis genommen worden. Diese Entscheidung „markiert eine Zäsur und stellt ein Prinzip infrage, das die Kulturpolitik in der Bundesrepublik bislang getragen hat: die klare Trennung zwischen staatlicher Rahmensetzung und unabhängiger fachlicher Juryentscheidung.“
Wenn Preisträger nachträglich und ohne transparente Begründung gestrichen würden, entstehe der Eindruck politischer Einflussnahme. „Ein solches Vorgehen öffnet Tür und Tor für einen kulturpolitischen Präzedenzfall, der weit über den Einzelfall hinausweist.“ Die Stellungnahme verweist auch auf Entwicklungen wie in Ungarn, der Slowakei und den Vereinigten Staaten, die zeigten, wie schnell staatliche Einflussnahme auf Kulturinstitutionen zur systematischen Schwächung unabhängiger Strukturen führen könne. „Eine lebendige Demokratie braucht jedoch genau diese Unabhängigkeit – gerade auch dort, wo Kunst und Kultur unbequem, streitbar oder politisch positioniert sind.“
Die BücherFrauen fordern gemeinsam mit dem VFLL daher, klar Stellung zu beziehen: „Nicht einzelne politische Haltungen dürfen über kulturelle Förderung entscheiden, sondern ausschließlich transparente, fachlich begründete Kriterien. Die Einschaltung des Verfassungsschutzes in Preisentscheidungen stellt dieses Prinzip infrage und gefährdet das Vertrauen in die Autonomie kultureller Institutionen.“
Zu diesem Thema gibt es außerdem eine Stellungnahme des Deutschen Kulturrates. Darin fordert der Deutsche Kulturrat Kulturstaatsminister Weimer auf, die im Grundgesetz garantierte Kunstfreiheit zu achten und die Unabhängigkeit von Jurys zu garantieren. Der VFLL ist im Deutschen Kulturrat durch seinen Sitz in der Literaturkonferenz vertreten.
Die Stellungnahmen sind auf den Webseiten der BücherFrauen und des Deutschen Kulturrates nachzulesen.